European Liaison Office of the German Research Organisations

MSCA-Projekte

Die Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) unterscheiden sich in der Projektabrechnung erheblich von den Verbundforschungsprojekten im restlichen Forschungsrahmenprogramm. Anstelle von tatsächlichen Kosten werden bei MSCA monatliche Festbeträge (unit costs) erstattet, die in mehrere Kostenkategorien gegliedert sind. Wie viele „unit costs“ ausgezahlt werden, richtet sich danach, wie viele Monate der Fellow für das Projekt eingestellt war bzw. entsendet wurde (im Falle des MSCA Staff Exchanges).

Die Höhe der einzelnen Festbeträge ist abhängig von der gewählten Marie Curie-Maßnahme und ist im Arbeitsprogramm für das betreffende Jahr festgelegt. Für geförderte Projekte gelten für die gesamte Projektlaufzeit jeweils nur die finanziellen Bestimmungen aus dem Arbeitsprogramm, in dessen Rahmen der Projektantrag gestellt wurde. Eine Anpassung der „unit costs“ an nachfolgende Arbeitsprogramme ist nicht erlaubt.

Monatliche Festbeträge der EU zur Bezuschussung des Gehalts der Fellows:

  • Das Grundgehalt (living allowance): Die exakte Höhe der „unit cost“ richtet sich danach, in welchem Land der Fellow sein Projekt durchführt. Der länderspezifische Korrekturfaktor ist im jeweiligen Arbeitsprogramm festgelegt.
  • Die Mobilitätszulage (mobility allowance) dient der Deckung von Ausgaben im Zusammenhang mit der privaten Mobilität, wie z.B. Umzugskosten oder Reisekosten.
  • Die Zahlung des Familienzuschlags (family allowance) ist abhängig vom Familienstand des Fellows.
  • Bei längeren Abwesenheiten des Fellows aufgrund von Mutterschutz, Elternzeit oder Krankheit kann eine monatliche „long-term leave allowance“ gezahlt werden.
  • Forschende mit Beeinträchtigungen werden außerdem durch die „special needs allowance“ in der Projektdurchführung unterstützt.

Monatliche Festbeträge der EU zur Bezuschussung der Projektdurchführung durch die Gastinstitution:

  • Die „research, training and networking contributions“ sind ein monatlicher Zuschuss zu den Forschungs- und Forschungsausbildungskosten sowie Vernetzungsaktivitäten der Fellows, z.B. Konferenz- oder Seminargebühren oder, bei Netzwerkprojekten, Kosten für die Organisation von Workshops und Konferenzen.
  • Managementkosten und indirekte Kosten (management and indirect contributions) werden ebenfalls durch eine „unit cost“ abgedeckt.

Monatliche Festbeträge bei Marie Skłodowska-Curie COFUND

In MSCA COFUND Maßnahmen werden alle projektbedingten Kosten, also sowohl das Gehalt der Fellows als auch Forschung-, Trainings- und Managementkosten, durch die monatliche „COFUND allowance“ bezuschusst. Die Höhe der Festbeträge richtet sich danach, ob Promovierende oder Postdoktorand/innen gefördert werden. Auch bei COFUND wird in bestimmten Fällen die „long-term sick leave allowance“ oder die „special needs allowance“ gezahlt.

 

Umgang mit den Festbeträgen

Alle Zuwendungen werden von der Europäischen Kommission grundsätzlich nicht direkt an die Forschenden, sondern an die Gastinstitutionen ausgezahlt und von diesen verwaltet. Dementsprechend schließt die Kommission mit der Gastinstitution bzw. (bei Netzwerkprojekten) mit dem Projektkoordinator ein Grant Agreement (Fördervertrag) ab.

Forschende werden mittels eines Arbeitsvertrages bei der Gastorganisation beschäftigt. Einen Musterarbeitsvertrag für Anstellungen in Deutschland für MSC-Maßnahmen in Horizon 2020 (2013-2020) einschließlich einer englischen Leseversion finden Sie im Downloadbereich. Ein Musterarbeitsvertrag für MSCA in Horizon Europe liegt derzeit noch nicht vor.

Prüfbescheinigungen (Certificate on the Financial Statements, kurz: CFS) sind für Marie Skłodowska-Curie Actions nicht vorgesehen, da die Förderung vollständig über „unit costs“ ausgezahlt wird. Dennoch können die Europäische Kommission oder der Europäische Rechnungshof ein Audit durchführen.

Die Besteuerung der einzelnen „unit costs“ für Forschende ist von den örtlichen Finanzämtern abhängig. Weitere Informationen zur Besteuerung von Marie Skłodowska-Curie Fellowships finden Sie auch auf den Seiten des deutschen Researcher’s Mobility Portal EURAXESS.