Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen

European Innovation Council

Der European Innovation Council (EIC) ist Teil der dritten Säule (Innovative Europe) von Horizon Europe. Mit dem EIC verfolgt die Europäische Kommission das Ziel visionäre, radikal neue, risikoreiche Ideen aller Art mit einem nachhaltigen Veränderungspotential zu entwickeln und in den Markt einzuführen. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf technologieintensive Innovationen gelegt, die das Potenzial haben, in neue Geschäftsfelder und Unternehmen überführt zu werden. Darüber hinaus soll die schnelle, EU-weite und internationale Expansion von innovativen Unternehmen, insbesondere von KMU (Kleinere und mittlere Unternehmen) und Start-up-Unternehmen, auf dem Weg von der Idee zum Markt unterstützt werden.

Der EIC richtet sich damit sowohl an grundlagenorientierte Wissenschaftler/innen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen als auch an KMU (darunter auch Start-ups und Ausgründungen).  

Der EIC wird in erster Linie durch drei sich ergänzende Arten von Maßnahmen implementiert, nämlich durch den EIC-Pathfinder, der Forschungsarbeiten in den frühen Phasen der technologischen Entwicklung durch Zuwendungen fördert, und der inhaltlich stark auf den unter Horizon 2020 bereits bestehenden Programmen FET Open und FET Proactive aufbaut. Den EIC-Transition Maßnahmen, die als Bindeglied zwischen dem EIC-Pathfinder und dem EIC-Accelerator weitere Entwicklungsarbeiten und erste Kommerzialisierungsschritte unterstützen. Sowie den EIC-Accelerator, der an das KMU-Instrument in Horizon 2020 anknüpfend, Innovations- und Markteinführungsmaßnahmen sowie das Unternehmenswachstum – sowohl durch Zuwendungen als auch durch Mischfinanzierungen aus Zuwendung und Kredit – unterstützt.

Für die Ausschreibungen und Finanzierungsinstrumente des EIC steht ein Budget von 9,736 Mrd. EUR zur Verfügung, rund 10% des Gesamtbudgets für Horizon Europe.

Bestandteil des EIC sind zudem die Horizon Prizes EIC-Fellowships sowie die EIC-Business Acceleration Services, die Zugang zu verschiedenen Coaching- und Mentoring-Diensten für EIC-Teilnehmende ermöglichen sollen.

Die Konzeption des EIC ist auf eine Initiative des Kommissars für Forschung und Innovation Carlos Moedas aus dem Jahr 2015 zurückzuführen. Aufbauend auf diese wurde die Einführung des EIC bereits unter Horizon 2020 in mehreren Pilotphasen (als EIC Pilot 2017–2019) sowie anschließend als Enhanced EIC Pilot (2019-2020) vorgenommen.

Die Europäische Kommission wird in ihrer Arbeit durch den EIC-Beirat (EIC Advisory Board) unterstützt, der die Kommission unter anderem zur strategischen Ausrichtung der einzelnen EIC-Komponenten, den Forschungsportfolios, zum jährlichen EIC-Arbeitsprogramm und zu den Kriterien für die Bewertung des Innovationsgrads und des Risikoprofils der eingereichten Vorschläge berät. Er kann darüber hinaus auch Empfehlungen zur Berücksichtigung neu entstehender Technologien aus dem EIC-Portfolio in anderen Teilen des Spezifischen Programms (z.B. Säule II, EIT) abgeben.

Bei der Implementierung und Umsetzung des Portfolio-Ansatzes im EIC kommt den EIC-Programmmanagern eine zentrale Rolle zu. Sie sollen unter anderem sich abzeichnende, bahnbrechende und marktschaffende Technologien und Dienstleistungen von potenzieller strategischer Bedeutung identifizieren und kohärent weiterentwickeln.