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EU-Forschungspolitik

European Research Area (ERA)

  • Mit dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags Ende 2009 wurde ERA zu einem Rechtsbegriff. So heißt es in Art. 179 AEUV: "Die Union hat zum Ziel, ihre wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen dadurch zu stärken, dass ein europäischer Raum der Forschung geschaffen wird, in dem Freizügigkeit für Forscher herrscht und wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien frei ausgetauscht werden […]."
  • Der Europäische Rat vom Februar 2011 hat in einem nächsten Schritt festgelegt, dass ERA bis zum Ende des Jahres 2014 vollendet sein soll.
  • Im Juli 2012 veröffentliche die Europäische Kommission die Mittteilung "Eine verstärkte Partnerschaft im Europäischen Forschungsraum im Zeichen von Exzellenz und Wachstum". Hier werden fünf zentrale Handlungsfelder für die Vollendung der ERA definiert; unter anderem werden dort Eckpunkte für leistungsfähige nationale Forschungssysteme festgelegt und Vorschläge für eine stärkere Ausrichtung der nationalen Fördersysteme an der EU-Forschungsförderung formuliert.
  • Im Sommer 2013 begann eine bis heute anhaltende Diskussion über die Frage, ob zur Etablierung von ERA europäische Gesetzgebung notwendig ist und welche Eckpunkte hier gegebenenfalls zu definieren sind.
  • Mit dem Wechsel der Europäischen Kommission Ende 2014, verlagerte sich der Fokus von ERA auf die forschungspolitischen Prioritäten „Open Innovation“, „Open Science“ und „Open to the World“.

Auch die Wissenschaft in Europa hat Instrumente entwickelt, die die Ausgestaltung von ERA vorantreiben sollen. Die Spitzen der europäischen Forschungs- und Förderorganisationen (damals EUROHORCs) haben in Zusammenarbeit mit der European Science Foundation (ESF) eine sog. Roadmap to Excellence vorgelegt; die neue Organisation Science Europe hat dies aufgenommen und fortgeführt. In diesen Dokumenten ist eine Reihe von Vorhaben beschrieben, die die Wissenschaftseinrichtungen organisatorisch und finanziell autonom realisieren, und die die Maßnahmen der EU aus der Perspektive einer Orientierung insbesondere an der Qualität der Forschung ergänzen sollen.