Kooperationstelle EU der Wissenschaftsorganisationen

Brexit

Das Vereinigte Königreich (VK) ist zum 01.02.2020 aus der Europäischen Union (EU) ausgetreten und somit kein offizielles Mitglied der EU mehr. Seit diesem Datum läuft ein Übergangszeitraum bis zum 31. Dezember 2020. In diesem Zeitraum ergeben sich für Studierende und Forschende wie für alle Bürger und Einrichtungen in der EU und im VK keine Änderungen. Für das Vereinigte Königreich gilt weiterhin das EU-Recht und es bleibt Teil des EU-Binnenmarktes und der EU-Zollunion, ist jedoch nicht mehr in den Organen, Agenturen, Einrichtungen und Ämtern der EU vertreten.

Der Übergangszeitraum kann durch gemeinsame Entscheidung der Europäischen Union und des Vereinigten Königreiches einmalig um maximal zwei Jahre verlängert werden (diese Entscheidung müsste bis zum 30. Juni 2020 getroffen werden).

Die konkreten Bestimmungen für den Übergangszeitraum sind im Austrittsabkommen festgelegt.

Innerhalb der kommenden Monate wird eine neue Partnerschaft zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich auf der Grundlage der zuvor zwischen der EU und dem VK vereinbarten Politischen Erklärung zu den künftigen Beziehungen ausgearbeitet. Die entsprechenden Verhandlungen haben Anfang März 2020 begonnen.

Auswirkungen des Brexit auf das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation

Basierend auf dem Austrittsabkommen können sich Teilnehmer aus dem VK unverändert an allen EU-Programmen im Rahmen des aktuellen EU-Haushaltes (Mehrjähriger Finanzrahmen 2014-2020) beteiligen und Förderung in allen daraus entstehenden Projekten bis zum Ende deren Laufzeit erhalten:

  • Einrichtungen im VK  bleiben als Koordinator und als Partner für laufende und künftige Projekte in Horizon 2020 voll umfänglich teilnahme- und förderberechtigt.
  • Dies gilt ebenfalls für Projekte (in allen Förderlinien in Horizon 2020), deren Laufzeit über das Ende des Übergangszeitraums hinausgeht.
  • Lediglich wenige Horizon 2020-Projekte mit Beteiligung aus dem VK, die beispielsweise Zugang zu sensiblen Sicherheitsdaten benötigen, werden voraussichtlich nicht weitergeführt werden können. Für diese sensiblen Projekte haben die britische Regierung und die Förderagentur „United Kingdom Research and Innovation (UKRI)“ eine Übergangslösung geschaffen: In Form eines „Continuation Process“ wird Förderung für bisherige sensible Horizon 2020-Projekte zugesagt, die zum Ende des Übergangszeitraums auslaufen. Davon betroffene Forschende können sich für weitere Informationen an UKRI wenden: EUGrantsFunding@ukri.org.
  • Erasmus+: Das Vereinigte Königreich partizipiert bis Ende der aktuellen Programmlaufzeit weiterhin an allen Programmlinien.

Die Beteiligung des VK am nächsten Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizon Europe (Laufzeit 2021-2027), ist Teil der Verhandlungen über das künftige Verhältnis zwischen der EU und dem VK. Solange es kein Abkommen zur Assoziierung des VK an Horizon Europe gibt, hätte es den Status eines „Third country“. Einrichtungen und Forschende im VK könnten sich nach den hierfür geltenden Regelungen an bestimmten Förderlinien des Rahmenprogramms beteiligen, würden aber in der Regel keine Förderung erhalten.

Neue Initiative des VK: Global Talent Visa

Das VK hat am 20. Februar 2020 die Einwanderungskategorie Global Talent Visa eingeführt, die talentierten und vielversprechenden Personen aus verschiedenen Sektoren, die im Vereinigten Königreich arbeiten möchten, den Zugang zum Arbeitsmarkt des VK zu erleichtern soll. Dies ermöglicht auch ausländischen Forschenden den Zugang zu Stellen an wissenschaftlichen Einrichtungen (inkl. Hochschulen) im Vereinigten Königreich und kann daher für Horizon 2020 -Projekte relevant sein. Weitere Informationen zudem Programm finden sich hier.

Aktuelle Informationen

Das UK Research Office (UKRO) in Brüssel bietet in einem Factsheet auf seiner Webseite eine aktuelle Zusammenstellung aller relevanten Informationen zur Beteiligung des VK an den EU-Programmen für Forschung, Innovation und Hochschulbildung und steht auch für Rückfragen zur Verfügung.