PRIMA - Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area

Ökologische und soziale Veränderungen haben gravierende Auswirkungen auf Nahrungsmittel- und Wasserressourcen im Mittelmeerraum. Klimawandel, nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken, Übernutzung der natürlichen Ressourcen und neue Lebensgewohnheiten belasten die nachhaltige und gesunde Entwicklung der Region. Dies hat große Auswirkungen auf unsere Gesellschaften.

Um diesen Herausforderungen gemeinsam erarbeitete Lösungen aus Forschung und Innovation entgegen zu setzen, wurde die PRIMA-Initiative auf der Grundlage von Artikel 185 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AVEU) ins Leben gerufen.

Zielsetzung

Ziel der Initiative ist es, "Forschungs- und Innovationskapazitäten aufzubauen, Wissen zu fördern und gemeinsame innovative Lösungen für nachhaltige Agrar- und Lebensmittelsysteme und eine integrierte Wasserversorgung und -bewirtschaftung im Mittelmeerbereich auszuarbeiten, deren Klimaresistenz, Wirksamkeit, Kosteneffizienz sowie ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit zu verbessern und einen Beitrag zu vorgelagerten Lösungen für Probleme in den Bereichen Wasserknappheit, Ernährungssicherheit, Ernährung, Gesundheit, Wohlbefinden und Migration zu leisten" (Artikel 2, Beschluss des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Beteiligung der Union an der von mehreren Mitgliedstaaten gemeinsam durchgeführten Partnerschaft für Forschung und Innovation im Mittelmeerraum (PRIMA), 18.7.2017).[pagebreak]

Organisation und Beteiligung

Im Jahr 2014 hatten mehrere EU-Mitgliedsstaaten (Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien und Zypern) einen Vorschlag für PRIMA bei der Europäischen Kommission eingereicht. Diese führte 2015/2016 ein Impact Assessment und eine öffentliche Konsultation hierzu durch. Im Oktober 2016 legte sie einen Vorschlag für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates über die Beteiligung der Union an einer entsprechenden Maßnahme nach Artikel 185 des AUEV vor. Der entsprechende Beschluss des Europäischen Parlamentes und des Rates wurde am 7. August 2017 rechtskräftig.

Formell beteiligt sind zurzeit 19 Länder an der Maßnahme, 11 Mitgliedstaaten der EU (Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien und Zypern), sowie 8 Mittelmeer-Partnerländer - die an H2020 assoziierten Staaten Israel, Türkei und Tunesien, sowie Ägypten, Algerien, Jordanien, Libanon und Marokko, die jeweils ein internationales Abkommen mit der EU zum Beitritt zu PRIMA geschlossen haben.

Bei Interesse können in Zukunft auch weitere Länder der EU oder von außerhalb der EU der Initiative beitreten.

Für die Organisation der Initiative wurde eine Managementorganisation, die "PRIMA Foundation" mit Sitz in Barcelona eingerichtet.[pagebreak]

Budget

Für die Laufzeit des Programms (2018-2028) ist ein Gesamtbudget von fast 500 M€ vorgesehen. Davon werden 274 M€ von den zurzeit beteiligten Ländern und 220 M€ von der EU-Kommission durch das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (zurzeit Horizon 2020) zur Verfügung gestellt .

Ausschreibungen

PRIMA hat am 6. Februar 2018 seine erste und am 14. Dezember die zweite Ausschreibung veröffentlicht. Die Ausschreibungen sind ist in Topics unterteilt, die auf der Strategic Research and Innovation Agenda und den darin dargelegten Prioritäten der Initiative basieren und drei thematische Bereiche betreffen:

  • MANAGEMENT OF WATER - Integrated and sustainable management of water for arid and semi-arid Mediterranean areas
  • FARMING SYSTEMS - Sustainable farming systems under Mediterranean environmental constraints
  • AGRO-FOOD VALUE CHAIN - Sustainable Mediterranean agro-food value chain for regional and local development.

Die Projekte aus den Ausschreibungen werden zum Teil zentral aus Mitteln der EU-Kommission gefördert ("Call Section 1") und zum Teil dezentral aus Mitteln der jeweils beteiligten Länder ("Call Section 2"). Weitere Informationen und Details zu den Ausschreibungen sind verfügbar auf der PRIMA Webseite.

Die Ergebnisse der ersten Ausschreibung wurden am 11. Dezember 2018 veröffentlicht.

Am 4. Dezember hat das PRIMA-Sekretariat zu der zweiten Ausschreibung einen Info Day veranstaltet.