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ERA-NETs - European Research Area Networks

Zielsetzung

Ziel des ERA-NET Cofund Instruments ist die Förderung einer verstärkten Koordinierung sowie gemeinsamer Ausschreibungen nationaler und regionaler Forschungsförderprogramme in strategisch wichtigen Themenbereichen europäischer Forschung und Innovation. Forschungsförderorganisationen und Programmverwalter aus EU-Mitglied- und assoziierten Staaten bündeln hierzu finanzielle und personelle Ressourcen für die Entwicklung gemeinsamer Aktivitäten. Damit wird die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums (EFR) unterstützt und die Effizienz und Effektivität europäischer Forschung verbessert.

Das ERA-NET Cofund Instrument in Horizon 2020 verbindet die bisher in FP7 existierenden Programme ERA-NET und ERA-NET+. In Horizon 2020 werden über ERA-NET europäische Finanzmittel für die Durchführung von transnationalen Ausschreibungen mit gemeinsamen Forschungsschwerpunkten vergeben, dabei liegt der Fokus auf der Förderung von F&E-Aktivitäten. Die gemeinsamen Ausschreibungen müssen einen hohen europäischen Mehrwert aufweisen. Ein ERA-NET kann unter bestimmten Bedingungen auch den Übergang hin zu einer Initiative nach Art. 185 erleichtern oder als Unterstützungsmaßnahme von Joint Programming Initiatives eingesetzt werden.

Adressaten

Die Adressaten der ERA-NET-Ausschreibungen der Europäischen Kommission sind Ministerien und Forschungsförderorganisationen (z.B. DFG und Projektträger), die nationale und regionale Programme koordinieren. Die Teilnehmer müssen über ein Mandat des zuständigen Ministeriums verfügen.

Forschende, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen können an gemeinsamen Ausschreibungen geförderter ERA-NETs teilnehmen. Sie wenden sich dafür an die entsprechende nationale Förderorganisation.

Mindestvoraussetzung

Die Konsortien der ERA-NET-Maßnahmen müssen mindestens drei forschungsfördernde Organisationen aus drei verschiedenen Mitglied- oder assoziierten Staaten umfassen. In Ausnahmefällen können zusätzlich  andere Einrichtungen wie internationale Organisationen, Stiftungen oder private Einrichtungen teilnehmen.

Bewerbungen von einzelnen Rechtspersonen sind zulässig, wenn die Organisation dennoch alle Anforderungen des ERA-NET-Programms erfüllt, indem sie beispielsweise mehrere Mitgliedsorganisationen in sich vereint.

Weitere Voraussetzungen sind, dass jedes aus der gemeinsamen Ausschreibung finanzierte Projekt transnational ist (d.h. eine Teilnahme von mindestens zwei Partnern aus zwei verschiedenen Staaten) und dass eingereichte Anträge zunächst auf nationaler Ebene und dann in zweiter Stufe durch ein internationales „Peer-Review“-Verfahren begutachtet werden. Hierfür werden allgemeingültige Auswahl- und Evaluierungskriterien (Exzellenz, Impact, Qualität und Effizienz der Umsetzung) für die gemeinsamen Ausschreibungen definiert. 

Aktivitäten

ERA-NET-Maßnahmen in Horizon 2020 umfassen immer eine verpflichtende Ausschreibung zur Förderung grenzüberschreitender Forschungs- oder Innovationsprojekte. Die teilnehmenden Organisationen vergeben i.d.R. Finanzhilfen an Dritte (z.B. Hochschulen oder Unternehmen); alternativ können die Förderorganisation jedoch auch Projekte anteilig oder vollständig selbst durchführen.

Neben dem vorgeschriebenen von der EU kofinanzierten gemeinsamen Aufruf können aber auch weitere gemeinsame Aktivitäten durchgeführt werden, die dann durch das Netzwerk selbst finanziert werden sollen.[pagebreak]

Förderung

Die Ausschreibungen der ERA-NETs erfolgen themenspezifisch in den Teilen II und III von Horizon 2020, den Societal Challenges (SC) und im Teil Leading and Industrial Technologies (LEIT).

Die maximale Laufzeit einer ERA-NET-Maßnahme beträgt fünf Jahre.

Eine ERA-NET-Maßnahme setzt eine klar definierte finanzielle Beteiligung aller Partner an einer gemeinsamen Ausschreibung voraus. Die Summe der nationalen Beiträge zur gemeinsamen Ausschreibung wird dann durch die Europäische Kommission mittels einer „top-up“-Finanzierung von 33% der Gesamtbeiträge aufgestockt. Die Implementierung erfolgt über "programme co-funded actions". Kosten, die im Zusammenhang mit der Umsetzung, Vor- oder Nachbereitung des bezuschussten gemeinsamen Aufrufs entstehen, sind nicht förderfähig.

Förderbar sind die Ausgaben für Forschung und Innovation des durch den gemeinsamen grenzüberschreitenden Aufruf entstandenen Projekts, wobei nur ein ERA-NET-Aufruf pro Finanzhilfevereinbarung kofinanziert wird. Ebenfalls gefördert werden Koordinationskosten für weitere gemeinsame Aktivitäten wie u.a. die Vorbereitung zusätzlicher, nicht von der EU bezuschusster Aufrufe. Die Erstattung erfolgt hier über Stückkostensätze (Unit Costs). Zuwendungsempfänger, die selbst grenzüberschreitende Projekte durchführen, anstatt diese auszuschreiben, können keine Koordinationskosten für zusätzliche Aktivitäten geltend machen.

Für die einzelnen Projekte wird von der Kommission kein genaues Budget vorgegeben. Richtwerte können jedoch den Ausschreibungen in den einzelnen thematischen Arbeitsprogrammen entnommen werden.