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Begutachtung

Alle formal förderfähigen Anträge werden von der Kommission (bzw. von Exekutivagenturen) mit der Unterstützung von unabhängigen Experten/innen geprüft. Das Begutachtungsverfahren, welches ein- oder zweistufig sein kann, ist in mehrere Schritte unterteilt.

Schritt 1: Feststellung der grundsätzlichen Förderfähigkeit
In einem ersten Schritt wird die prinzipielle Förderfähigkeit des Antrags geprüft (proposal eligibility check). Die Grundlage hierfür bilden die Kriterien, die im Arbeitsprogramm von Horizon 2020 (Annexe A und C) sowie im Arbeitsprogramm der spezifischen Ausschreibung definiert werden. Darüber hinaus wird in diesem Schritt festgestellt, ob der Antrag grundsätzlich dem Titel der Ausschreibung entspricht.

Schritt 2: Antragsbegutachtung
Eine Gruppe von mindestens drei, gegebenenfalls fünf oder mehr Experten wird mit der Begutachtung des Antrags beauftragt. Um einen fairen Bewertungsprozess ohne Interessenkonflikte sicherzustellen, können unabhängige Experten als Beobachter eingesetzt werden. Zentrale Vergabekriterien bei der Begutachtung sind Exzellenz, mögliche Auswirkungen (Impact) sowie Qualität und Effizienz der Implementierung. Jedes dieser Kriterien wird mit 0 bis 5 Punkten bewertet, wobei das Arbeitsprogramm Grenzwerte definiert, die mindestens erreicht werden müssen. Der eigentliche Begutachtungsprozess unterteilt sich in drei Phasen. 

  • Erste Phase: Evaluierung durch jeden einzelnen Experten, der anschließend einen Bericht (individual evaluation report, IER) mit Kommentaren und Punktzahlen zu jedem Kriterium verfasst.
  • Zweite Phase: Die Experten bilden eine Konsensgruppe und entwickeln einen gemeinsamen Bericht mit Kommentaren und Punktzahlen (consensus report). Wenn kein Konsens hergestellt werden kann, weist der Bericht sowohl die Mehrheits-, als auch die Minderheitsmeinungen aus.
  • Dritte Phase: Ein Ausschuss unter dem Vorsitz eines Mitarbeiters der Kommission oder einer Exekutivagentur prüft alle begutachteten Anträge innerhalb der Ausschreibung. Zur Klärung noch offener Fragen können Antragsteller zu Anhörungen eingeladen werden. Abschließend erstellt der Ausschuss einen Bericht (panel report), der unter anderem eine Tabelle hinsichtlich der finalen Punktzahlen enthält (panel ranked list).

[pagebreak]Schritt 3: Information über Ergebnisse
Die Bewilligung von Anträgen geschieht auf Grundlage der finalen Rangfolge und des verfügbaren Budgets. Erfolgreichen Antragstellern wird ein Informationsbrief über die Begutachtung (evaluation information letter) zugesandt. Dieser lädt dazu ein, mit den Vertragsvorbereitungen zu beginnen, und stellt daher selbst noch keine verbindliche Zusage dar. Abgelehnten Anträgen wird ein Ablehnungsbescheid (proposal rejection letter) zugeschickt, der über Einspruchsmöglichkeiten informiert.

Zweistufige Antragsverfahren
Einige Calls erfordern ein zweistufiges Auswahlverfahren. In diesen Fällen wird zuerst eine Projektskizze (short-outline proposal) eingereicht, die in aller Regel durch eine Fernevaluation (remote evaluation) begutachtet wird. Führt diese zu einem ersten positiven Ergebnis, wird eine Einladung ausgesprochen, einen vollständigen Antrag (full proposal) einzureichen. Wird auch dieser (im vollständigen Verfahren mit allen drei Phasen) positiv begutachtet, erfolgt die Einladung zu Vertragsvorbereitungen.