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Programme Cofund Actions

Bei Projekten, die als kofinanzierte Maßnahmen (co-fund actions) ausgeschrieben sind, leistet die EU einen finanziellen Beitrag zu Förderprogrammen oder Ausschreibungen anderer. Dies trifft zum Beispiel auf nationaler oder regionaler Ebene auf Forschungs- und Forschungsförderorganisationen zu. Die Finanzierung wird über Finanzhilfen (Grants) vergeben. Die Förderung kann auch zur Unterstützung von Vernetzungs- und Koordinierungsaktivitäten zwischen mehreren Staaten eingesetzt werden.

Beteiligte Einrichtungen müssen bereits bei der Antragstellung aufzeigen, dass sie über die nicht durch die Kofinanzierung abgedeckten Mittel zur Kostendeckung verfügen. Hierzu können Eigen- oder Drittmittel aufgewandt werden, die nicht aus Horizon 2020, sondern zum Beispiel aus nationalen Förderprogrammen oder den europäischen Strukturfonds stammen. Voraussetzung für die Kombination verschiedener Finanzierungsquellen innerhalb eines Projektes oder Programms ist, dass die Fördergelder unterschiedlicher Herkunft innerhalb eines Projektes nicht für die gleichen Kostenelemente verwendet werden dürfen.

In Horizon 2020 werden kofinanzierte Maßnahmen bei pre-commercial public procurement/procurement of innovative solutions, ERA-Nets und Marie Skłodowska-Curie COFUND angewandt.

Pre-commercial Procurement und Public Procurement of Innovative Solutions

In der Verbundforschung von Horizon 2020 werden verstärkt auch Aufrufe für die Projekttypen Pre-commercial Procurement (PCP) und Public Procurement of Innovative Solutions (PPI) ausgeschrieben.

Mit den Instrumenten PCP und PPI soll die öffentliche Auftragsvergabe für forschungs- und entwicklungsintensive Dienstleistungen und Produkte ko-finanziert werden. Ausschreibungen richten sich an Konsortien aus öffentlichen Institutionen (z.B. Bundes- oder Landesministerien, Städte, Krankenhäuser/Kliniken, etc.), die eine gemeinsame Auftragsvergabe durchführen wollen.

PCP und PPI setzen an zwei aufeinanderfolgenden Phasen des Innovationsprozesses an.

Beim Pre-commercial Procurement (PCP) wird die Ausschreibung einer Forschungs- und Entwicklungs-Dienstleistung durch ein europäisches Konsortium öffentlicher Einrichtungen von der EU gefördert. Die in der Ausschreibung erfolgreichen Konsortien definieren gemeinsam die gesuchte Dienstleistung, veröffentlichen eine gemeinsame Ausschreibung und vergeben einen oder mehrere Aufträge. Die geistigen Eigentumsrechte verbleiben bei den Entwicklern, die Auftraggeber erhalten jedoch Nutzungslizenzen zu i.d.R. günstigen Konditionen.

Die Durchführung ist meist in drei Phasen gegliedert, in denen ein Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern stattfindet und neue Anbieter hinzukommen können:

  • Phase 1: Solution design
  • Phase 2: Entwicklung eines Prototypen
  • Phase 3: Entwicklung erster Testprodukte oder -dienstleistungen in begrenztem Umfang

Aus Horizon 2020 gefördert werden die Kosten des ausschreibenden Konsortiums  sowie ggf. ein Teil des Einkaufspreises für die Auftragsvergabe.

Public Procurement of Innovative Solutions (PPI) zielt auf die Beschaffung innovativer Güter und Dienstleistungen ab, die noch nicht in großem Maßstab auf dem Markt vorhanden sind. Das Ausschreibungsverfahren entspricht weitestgehend dem des PCP, die Durchführung erfolgt jedoch in einer einzigen Phase.