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32. KoWi-Bundestagung - Online-Ausgabe, Tag 3 – Zusammenfassung der Inhalte

32. KoWi-Bundestagung - Online-Ausgabe, Tag 3 – Zusammenfassung der Inhalte

Der letzte Tag der diesjährigen KoWi-Bundestagung war bestimmt von der Weiterentwicklung der Europäischen Partnerschaften und der Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen in Horizon Europe sowie dem 30jährigen Jubiläum der KoWi. Zu diesem 30. Geburtstag der KoWi sprachen zunächst die ursprünglichen Gastgebenden der diesjährigen Bundestagung aus Baden-Württemberg bzw. Tübingen, bevor die KoWi in einem kurzen Geburtstagsgruß Konfetti regnen lies. Im Rahmen der Verabschiedung durch Dr. Torsten Fischer, Leiter der KoWi, wurden zudem die Gewinner des KoWi-Jubiläumsgewinnspiels verkündet sowie der Veranstaltungsort für die 33. KoWi-Bundestagung vom 15.-17. Juni 2021 bekannt gegeben, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Programmpunkte des heutigen Tages:

Grußbotschaften

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg

Ministerin Theresia Bauer begrüßte alle Teilnehmenden herzlich zum dritten Tag der KoWi Online-Bundestagung. Sie leitete ihre Rede ein mit einem Plädoyer für „mehr Europa“ angesichts der aktuellen Herausforderungen und in diesem Zusammenhang für den weiter steigenden Stellenwert von Forschung und Innovation - dazu leiste auch die KoWi einen wichtigen Beitrag.

Sie zeigte sich überzeugt von der Bedeutung der Wissenschaft für ein widerstands- und zukunftsfähiges Europa – dies zeige sich auch in den Schwerpunkten der neuen EU-Kommission, beispielsweise dem Green Deal oder der Digitalisierung. Mit großen Erwartungen blicke sie auf die kommende deutsche EU-Ratspräsidentschaft, in deren Rahmen insbesondere die Erneuerung des Europäischen Forschungsraums eine zentrale Rolle spielen werde – auch im Hinblick auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Theresia Bauer rief zu einer intensiven forschungspolitischen Auseinandersetzung mit Horizon Europe auf und verband dies mit Glückwünschen und Dank an KoWi für die gute Unterstützung im EU-Förderkontext seit nun 30 Jahren. Sie betonte die bedeutsame Informations-, Netzwerk- und Servicefunktion von KoWi als einem unverzichtbaren Partner für die Hochschulen sowie die forschungspolitischen Akteure.

Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen

Professor Dr. Bernd Engler freute sich in seiner Rede, auch bzw. zumindest virtuell im Namen der Universität Tübingen die Teilnehmenden zur 32. Bundestagung der KoWi begrüßen zu können.

Er reflektierte, dass nach 30 Jahren der Mehrwert der KoWi als zentrale Schnittstelle zur EU-Forschungs- und Innovationspolitik in den Hochschulen nicht mehr wegzudenken sei. Professor Engler unterstrich, dass die unabhängige Beratungsexpertise von KoWi zu inhaltlichen und strategischen Aspekten der EU-Forschungsförderung von Forschenden sowie der Wissenschaftsadministration gleichermaßen hoch geschätzt würde. Angesichts der weiter auf den Zusammenhalt Europas ausgerichteten EU-Forschungs- und Förderlandschaft werde die Zusammenarbeit mit der KoWi und deren Netzwerkgedanke in Zukunft noch wichtiger.

Er verblieb mit einem herzlichen Geburtstagsgruß an KoWi, verbunden mit der freudigen Ankündigung die Teilnehmenden im Jahr 2022 erneut und dann vor Ort in Tübingen begrüßen zu dürfen.

Im Anschluss präsentierte die KoWi ihren Geburtstagsgruß in Form einer Videobotschaft.

Europäische Partnerschaften in Horizon Europe

Christiane Wehle, EU-Büro des BMBF, Koordinierung nationaler Programme

Zu Beginn dieses Panels erläuterte Frau Wehle die forschungspolitischen Hintergründe, welche zur Neustrukturierung der Partnerschaften im kommenden EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe geführt hätten. Ziel sei es insbesondere, die Anzahl der Partnerschaften von derzeit ca. 120 auf unter 50 zu reduzieren und gleichzeitig die Offenheit der Partnerschaften (auch in Richtung der Widening-Staaten) sowie deren Ausrichtung an den strategischen Prioritäten von Horizon Europe zu stärken. Erwähnung fand zudem die Begrenzung des Partnerschaftsbudgets (maximal 25% des Gesamtbudgets von Horizon Europe bzw. weniger als 50% der Clusterbudgets in Säule II).

Frau Wehle ging zudem auf die Eckdaten und Unterschiede der drei neuen Partnerschaftstypen (Co-programmed, Co-funded und Institutionalised Partnerships) sowie den Prozess zur Identifizierung der derzeit 49 Partnerschaftskandidaten (im Rahmen des ersten Strategischen Plans von Horizon Europe) ein. Dazu gehört nun auch zusätzlich eine multidisziplinär ausgerichtete „Pandemie-Partnerschaft “. Entscheidungen zu weiteren Partnerschaftskandidaten nach 2024 gäbe es bisher nicht. In diesem Zusammenhang verwies Frau Wehle auch auf die involvierten Gremien (insbesondere den derzeitigen Schatten- sowie den zukünftigen Strategischen Programmausschuss und das Transitional bzw. ab 2021 das Partnership Forum) und den weiteren Zeitplan: In Abhängigkeit insbesondere vom Entscheidungsprozess zum kommenden mehrjährigen EU-Finanzrahmen ist für Herbst 2020 die Annahme der Kommissionsvorschläge für die „Institutionalised Partnerships“ vorgesehen. Im ersten Quartal 2021 solle das Arbeitsprogramm 2021/2022 von Horizon Europe einschließlich der ko-programmierten und ko-finanzierten Partnerschaften veröffentlicht werden.

Die Fragen der Teilnehmenden umfassten beispielsweise die Offenheit zukünftiger Ausschreibungen der Partnerschaften, die Beteiligung von Hochschulen in diesen Partnerschaften sowie Förderalternativen für ERA-NETs, die nicht als Partnerschaft fortgeführt werden könnten.

Der Europäische Forschungsraum und die Zukunft der Marie-Skłodowska-Curie Maßnahmen in Horizon Europe

Bodo Richter, Stellvertretender Referatsleiter Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen, GD Bildung, Jugend, Sport und Kultur (EAC), Europäische Kommission

In der Panel-Session zu den Marie-Skłodowska-Curie Maßnahmen sprachen Bodo Richter und Jennifer Striebeck über die zukünftige Ausgestaltung der einzelnen Programme der MSC-Actions.

Hierbei wurde festgehalten, dass die grundlegende Ausrichtung der MSCA Programme auch unter dem kommenden Forschungsrahmenprogramm beibehalten wird. Die grenzüberschreitende Mobilität, der interdisziplinäre Ansatz, die Verbindung des akademischen und nicht-akademischen Sektors miteinander, die Karriereentwicklung und Förderung von Wissenschaftler/innen sowie die Ausrichtung auf Exzellenz sind zentrale Elemente, die auch weiterhin für die Marie-Skłodowska-Curie Maßnahmen Geltung behalten.

Seit 2018 wurden umfangreiche Stakeholder Konsultationen durchgeführt, die sich nun auch in der Ausgestaltung der einzelnen Förderlinien widerspiegeln. Vereinfachungen und Harmonisierungen lassen sich unter anderem bei klareren Definitionen und vereinfachten Entsendungsregelungen finden, die für alle MSCA-Förderlinien gelten werden. Bodo Richter gab zudem einen Ausblick auf den Zeitrahmen des ersten Arbeitsprogramms der Marie-Skłodowska-Curie Maßnahmen in Horizon Europe.

Die politische Schwerpunktsetzung der Kommission unter Ursula von der Leyen findet ebenfalls in den MSCActions Berücksichtigung. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sollen künftig als Botschafter für den Green Deal fungieren. Für Ideen hierzu ist die Europäische Kommission offen. Neben einer ersten Green Researchers' Night mit dem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit soll zudem eine Green Charter konzipiert werden. Die Förderung von Open Science und die Begründung von neuen Formaten wie „Researchers at school“ werden auch in Zukunft dazu beitragen, dass die MSCActions das internationalste Programm des Forschungsrahmenprogramms bleiben.