Kooperationstelle EU der Wissenschaftsorganisationen

Industrial Leadership

Die europäische Forschungsförderung hatte seit jeher die Aufgabe, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Europäischen Gemeinschaft zu leisten. Einhergehend mit der zunehmenden Verschärfung des globalen Wettbewerbs und der Entstehung neuer Märkte wurde konstatiert, dass Europa zwar hervorragende Forschungsergebnisse erzeugt, die Umsetzung in kommerzialisierbare Produkte und Anwendungen innerhalb Europas  unzureichend ist. Gleichzeitig wurde auch festgestellt, dass die EU-2020 Strategie für ein Europa der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums nur erreicht werden kann, wenn die Union Initiativen im Rahmen erweiterter Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten und Industrieunternehmen unternimmt.

Mit dem Horizon 2020-Programmteil „Industrial Leadership“ soll dem nun entgegenwirkt werden, indem marktnahe Entwicklungen im Bereich der industriellen Technologien und in der Raumfahrtforschung gefördert werden sollen. Eine herausragende Rolle bei der Identifizierung von Themen im Rahmen industrieller Innovationsstrategien spielte dabei die hochrangige Expertengruppe für die Schlüsseltechnologien (Key Enabling Technologies, KET). Sie entwickelte ein Modell der  Innovationswertschöpfungskette zur Darstellung der innovationsgetriebenen Projektförderung. Für die Messbarkeit der Marktfähigkeit von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen schlug sie die Verwendung von „Technology Readiness Levels“ vor. Im Rahmen des Programmteils „Industrial Ledership“ sind die „Leading and Enabling Industrial Technologies“ (LEIT):

  • Informations- und Kommunikationstechnologien

  • Nanotechnologien

  • Fortgeschrittene Materialien

  • Biotechnologie

  • Fortgeschrittene Herstellung und Fertigung

  • Raumfahrt

Um die gesamte Innovationskette zu fördern, ist die Nutzung der Finanzierungsinstrumente der europäischen Struktur- und Kohäsionspolitik vorgesehen.

Die Formulierung von Forschungsthemen findet in vielen Teilen des Programms im Dialog mit relevanten Europäischen Technologieplattformen statt. Die Ausschreibungen enthalten dementsprechend auf „contractual Public-Private Partnerships“ fokussierte Themen. Zu den bereits im 7. Forschungsrahmenprogramm (FP7) geschaffenen PPP wie etwa Factories of the Future, Energy-efficient Buildings oder Future Internet kamen neue hinzu wie etwa in den Bereichen Photonik, Robotik und Prozessindustrie. Themen der Bioindustrie werden künftig auch von der Gemeinsamen Technologieinitiative „Bio-Based Industries“ zur Ausschreibung kommen.

Die Innovationsaktivitäten von „Industrial Leadership“ werden nicht nur in dieser Programmsäule durchgeführt, sondern stehen in enger, themenübergreifender Verbindung mit den Societal Challenges.

Weiterhin bietet der Programmteil „Industrial Leadership“ spezifische Unterstützungsmaßnahmen für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU). Dazu gehören u.a. auch die Bereitstellung von Beteiligungs- und Wagniskapital für innovationsgetriebene KMU.