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Verbundforschung

FET Flagships

Mit den FET Flagships werden ehrgeizige großmaßstäbliche, von der Wissenschaft angeregte Forschungstätigkeiten gefördert, mit denen ein wissenschaftlicher Durchbruch angestrebt wird. Die Forschungsinitiativen befassen sich mit großen wissenschaftlich-technologischen Herausforderungen, die die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen, Gemeinschaften und Programmen erfordert. Angesichts ihres bereichsübergreifenden Charakters und ihrer Größenordnung können sie nur im Zuge einer gemeinsamen und anhaltenden Anstrengung (über eine Zeitspanne von etwa 10 Jahren) realisiert werden.

Mit den Flagships soll die europäische FET-Forschung auf eine neue, übergeordnete Ebene gehoben werden: Visionäre und übergreifende Forschung kann nicht allein von nationalen Programmen oder der EU-Forschungsförderung getragen werden, so die Ausgangsüberlegung. Eine multidisziplinäre und internationale Bündelung von wissenschaftlichen und finanziellen Kapazitäten in Form der FET Flagships soll daher die Durchführung langfristiger und zielgerichteter Forschungsinitiativen ermöglichen und zu bahnbrechenden wissenschaftlichen, technologischen und sozioökonomischen Veränderungen verhelfen.

Derzeit werden zwei FET Flagships von der Europäischen Kommission gefördert: Graphene und das Human Brain Projekt (HBP). Während die Pilotphase und ein Teil der 30-monatigen Anfangsphase noch unter FP7 stattfanden, fallen der Großteil der Anfangsphase sowie der eigentliche operationale Teil der Projektphase (ab Ende 2015 bis 2023) unter Horizon 2020. Für diese operationale Projektphase sieht die Kommission jährlich 100 Mio. EUR für jedes FET Flagship vor, wobei jeweils die Hälfte durch das EU-Forschungsrahmenprogramm zur Verfügung gestellt wird und die andere Hälfte durch nationale Förderprogramme und/oder Partner der Industrie finanziert werden soll.

Graphene

Bei Graphene geht es um die Erforschung und Weiterentwicklung des Graphens, einer modifizierten und zweidimensionalen Form des Kohlenstoffs. Die Flagship-Initiative Graphene will den noch jungen und stark fragmentierten Forschungsbereich auf europäischer Ebene zusammenführen, um vorhandenes Wissen und Ressourcen besser zu bündeln und Synergieeffekte zu nutzen. Das Konsortium wird federführend durch die Chalmers University of Technology, Schweden, und weiteren acht leitenden Partnern, darunter die deutsche AMO GmbH, koordiniert.

Human Brain Project

Das Human Brain Project (HBP) strebt vor allem eine Integration der bisher stark fragmentierten Neurowissenschaften an. In Form von integrierten Plattformen soll eine technologische Grundlage für eine IKT-basierte Hirnforschung geschaffen werden. Drei auf diese Weise miteinander verknüpfte Forschungsfelder, Neurowissenschaften, Medizin und IKT, sollen das Wissen um die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns erweitern, Untersuchungs- und Behandlungsmethoden erforschen und über Gehirnsimulationen revolutionär neue Computersysteme ermöglichen. Im HBP-Konsortium sind elf Partner für die Leitung der einzelnen Projektbereiche (Koordinator: Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne, Schweiz, deutsche Beteiligung im Leitungsteam: Universität Heidelberg, Forschungszentrum Jülich, TU München) zuständig.