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Verbundforschung

Partnerschaften in Horizon 2020

Ein wichtiges Kenzeichen von Horizon 2020 ist die Verlagerung von Fördermaßnahmen auf Partnerschaften, an denen sich oft Akteure aus verschiedenen Sektoren beteiligen. Hierin liegt eine weitere Abkehr von klassischen Fördermodellen, bei denen die öffentliche Hand allein auftritt, die Kriterien definiert und die Mittel zur Verfügung stellt. In Horizon 2020 sind viele wichtige Forschungsfragen in diese Partnerschaften ausgelagert, dabei stehen oft erhebliche Fördermittel zur Verfügung. Zwei verschiedene Arten von Partnerschaften in Horizon 2020 sind zu unterscheiden.

Public-Private Partnerships (PPP)

Unter dem Stichwort "P2B" (Public to Business) werden zahlreiche Förderangebote im Kontext von Horizon 2020 in Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ausgelagert.

Man kann grundsätzlich zwei verschiedene Konstruktionen beschreiben:

  • Contractual PPPs,
    die auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der öffentlichen Hand und dem privaten Sektor basieren; die Förderung ihrer (meist anwendungsnahen) Forschungsthemen erfolgt über die regulären Ausschreibungen in den Arbeitsprogrammen der Europäischen Kommission.
  • Institutional PPPs,
    dies sind sog. Gemeinsame Unternehmungen (Joint Undertakings, JU) mit dem Hauptanwendungsfall der Joint Technology Initiatives (JTI), rechtlich selbständige, industriegeführte Einheiten mit weitgehender regulatorischer und budgetärer Autonomie, die die von Wirtschaft und öffentlicher Hand zur Verfügung gestellten Fördermittel in eigenen Antragsverfahren verteilen.

Public-Public-Partnerships ("P2P")

Bei diesen Förderangeboten steht die Partnerschaft der nationalen öffentlichen Geldgeber im Zentrum. Anders als bei einer rein intergouvernementalen Zusammenarbeit aber beteiligt sich in diesen Fällen auch die EU an den Verfahren. Die Finanzierung und Antragstellung folgen hier grundsätzlich einer variablen, mitgliedsstaatlich gesteuerten Geometrie und müssen einzelfallbezogen eruiert werden.

Aufteilen lassen sich die Maßnahmen in drei Gruppen: