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Horizon 2020

Governance

Forschungsförderung im Kontext von Horizon 2020 erfolgt in einer Reihe verschiedener Fördertypen, die sich mit Blick auf die Governance der Förderung zum Teil deutlich unterscheiden. Zugrundeliegendes Prinzip ist die über die Jahrzehnte schrittweise Externalisierung des operativen Fördergeschäfts durch die Europäische Kommission: Die Kommission selbst tritt zunehmend seltener als der eigentliche Förderer auf, sondern vergibt die Fördertätigkeit nach außen; für Horizon 2020 soll der Anteil des extern bewirtschafteten Budgets auf bis zu 80% steigen. Mit Blick auf Horizon 2020 lassen sich daher die folgenden Einteilungen vornehmen:

Förderung durch die Europäische Kommission

In diesen Fällen wird der Förderantrag bei der Europäischen Kommission gestellt, die die Begutachtung organisiert und dann – in der eingeführten deutschen Terminologie – bewilligt, prüft und abrechnet. Dies wird unter Horizon 2020 eher die Ausnahme sein; so werden etwa künftig die Teile "Science in and for Society" und "Widening Participation" voraussichtlich noch direkt von der Kommission abgewickelt.

Förderung über die Exekutiv-Agenturen der Europäischen Kommission

Die unter FP 7 vor allem in den Bereichen ERC und MSC bereits etablierten Verfahren bedienen sich rechtlich selbständiger "Ausgründungen" der Kommission, die die Projekte finanzieren und abwickeln. In Horizon 2020 sind bis zu fünf Exekutivagenturen (Executive Agencies) vorgesehen, die auch große Teile der Verbundforschung verwalten werden.

Private Public Partnerships (PPP)

Unter dem Stichwort "P2B" (Public to Business) werden zahlreiche Förderangebote im Kontext von Horizon 2020 in Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ausgelagert. Man kann grundsätzlich zwei verschiedene Konstruktionen beschreiben:

  • Sog. Contractual PPPs, die auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der öffentlichen Hand und dem privaten Sektor basieren; die Förderung ihrer (meist anwendungsnahen) Forschungsthemen erfolgt über die regulären Ausschreibungen in den Arbeitsprogrammen der Europäischen Kommission.
  • Sog. Institutional PPPs; dies sind sog. Gemeinsame Unternehmungen (Joint Undertakings, JU) mit dem Hauptanwendungsfall der Joint Technology Initiatives (JTI), rechtlich selbständige, industriegeführte Einheiten mit weitgehender regulatorischer und budgetärer Autonomie, die die von Wirtschaft und öffentlicher Hand zur Verfügung gestellten Fördermittel in eigenen Antragsverfahren verteilen.