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Verbundforschung

Forschungsinfrastrukturen

Forschungsinfrastrukturen sind eine grundlegende Voraussetzung für die Generierung neuen Wissens und ermöglichen technologische Fortschritte. Ohne die entsprechende physische und elektronische Ausstattung ist die Durchführung von Spitzenforschung nicht möglich, weshalb dem Ausbau von Forschungsinfrastrukturen von der EU eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Europäischen Forschungsraums (ERA) zugesprochen wird. Darüber hinaus sind international bedeutsame Forschungsinfrastrukturen essentiell für die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Europa.

Die beiden zentralen Anliegen der EU sind daher

  1. die Förderung neuer Forschungsinfrastrukturen von pan-europäischem Interesse entlang einer strategischen Roadmap, die vom „European Strategy Forum on Research Infrastructures“ (ESFRI Roadmap) entwickelt wird und
  2. die Unterstützung der Vernetzung bestehender Forschungsinfrastrukturen aller wissenschaftlichen Disziplinen mit ähnlichen Einrichtungen in Europa, um so einen besseren Zugang von Forschenden zu Infrastrukturen zu ermöglichen.

Elektronische Infrastrukturen (e-Infrastructures) spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Aktivitäten im Rahmen von Horizon 2020 zielen auf die Errichtung eines integrierten digitalen Forschungsraums ab, der Möglichkeiten zur Vernetzung und Nutzung von Rechenkapazitäten, sowie für den Zugriff auf e-Science Umgebungen und globale Datenressourcen bereitstellen soll.

Mit dem von der EU-Kommission im April 2016 vorgestellten Konzept einer „European Open Science Cloud“ (EOSC) als Teil der Open Science-Agenda soll eine virtuelle Umgebung geschaffen werden, in der insbesondere Forschende Daten über Fachgebiete und Ländergrenzen hinweg vernetzen und analysieren können. Um größtmöglichen Nutzen aus elektronischen Infrastruktur-Services ziehen zu können, sind gewisse Mindeststandards für die dort vernetzten (Meta-)Daten notwendig, die als „FAIR-Principle“ formuliert wurden. Die Daten müssen auffindbar („Findability“), zugänglich („Accessibility“), kompatibel („Interoperability“) und wiederverwendbar („Reusabality“) sein. Zur Erprobung unterschiedlicher Implementierungsaspekte zur EOSC ist im Januar 2017 das „EOSCpilot Project“ angelaufen (Laufzeit bis Dezember 2018).